Loading color scheme

Where the fuck is Ruja Ignatova...

Krypto Queen2

Die Geschichte von Ruja Ignatova gilt als einer der größten Betrugsfälle der modernen Finanzwelt. Die aus Bulgarien stammende Unternehmerin gründete 2014 die angebliche Kryptowährung OneCoin und präsentierte sie auf großen Veranstaltungen als revolutionäre Alternative zu Bitcoin. Investoren auf der ganzen Welt wurde versprochen, dass OneCoin die Zukunft des digitalen Geldes sei und enorme Gewinne bringen würde. Tatsächlich handelte es sich jedoch nicht um eine echte Kryptowährung: Eine funktionierende Blockchain existierte nie. Stattdessen beruhte das System auf einem klassischen Schneeballsystem. Teilnehmer kauften teure „Ausbildungspakete“ zum Thema Kryptowährungen und erhielten dafür sogenannte Token, mit denen angeblich OneCoins „geschürft“ werden konnten. Das Geld für Auszahlungen stammte aber überwiegend von neuen Teilnehmern. Zwischen 2014 und 2017 sollen so weltweit mehrere Milliarden Dollar eingesammelt worden sein.

Am 25. Oktober 2017 verschwand Ignatova spurlos. Sie stieg in Sofia in ein Flugzeug nach Athen, danach verliert sich ihre Spur vollständig. Seitdem gehört sie zu den meistgesuchten Betrügerinnen der Welt; das Federal Bureau of Investigation setzte sie sogar auf seine Liste der „Most Wanted“. Ob sie unter falscher Identität lebt oder längst tot ist, ist bis heute ungeklärt. Der spektakuläre Fall wurde in zahlreichen Medien aufgearbeitet, unter anderem im BBC-Podcast The Missing Cryptoqueen sowie in True-Crime-Formaten und Serien wie Take the Money and Run. Der Fall zeigt, wie leicht sich technische Begriffe wie Kryptowährung oder Blockchain nutzen lassen, um Vertrauen aufzubauen – und wie gefährlich Schneeballsysteme werden können, wenn sie weltweit vermarktet werden.