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Eigene Träume leben - gesteckte Ziele erreichen - einen Plan B haben

Vorabinfo 

Dieser Artikel ist ausnahmsweise länger und komplexer für Lehrerinnen und Lehrer als Nachlese zu einem Vortrag geschrieben. Für die Jugendlichen sind nach dem einleitenden Artikel vor allem unsere 7 Tipps gedacht. 

Eine Bestandsaufnahme in der 8. Schulstufe 

Seit über 30 Jahren unterrichte ich an einer Haupt-/Mittelschule. Es kommt mir wie eine ständige Wiederholung vor, jedes Jahr die gleiche Situation in den Abschlussklassen.

Die Euphorie zu Beginn des letzten Schuljahres ist bei den Jugendlichen (Generation Z ) groß. Schulen mit klangvollen Namen und Berufe aller Art stehen auf dem Plan der Jugendlichen. Einige, vor allem die Leistungsschwächeren, haben noch keine Ahnung, was auf sie zukommt, welchen Weg sie einschlagen sollen. Die meisten aber haben mit 14 Jahren Träume und Ziele für ihr Leben nach der Pflichtschule. Manche sind sehr konkret und durchaus realistisch, andere von kühner Phantasie, von Freunden oder der Familie geprägt bzw. inspiriert. Manche dieser Wünsche passen aber weder mit der eigenen Persönlichkeit noch mit den schulischen Leistungen im ersten Halbjahr der Abschlussklasse zusammen.

Nach dem Halbjahreszeugnis im Januar dann das böse Erwachen: Anmeldungen für weiterführende Schulen werden abgelehnt, die erhoffte Lehrstelle ist anderweitig an Bessere vergeben. Die Noten im Jahres- und Abschlusszeugnis zerstören die Träume und lassen die Ziele in weite Ferne rücken. Kompromisse werden überlegt, endgültige Entscheidungen werden oft kurzfristig unter dem Einfluss des näheren Umfeldes (Freunde, Eltern...) getroffen.

Die Jugendlichen sind nun in 2 Lager gespalten. Für den einen Teil geht es mit dem Schulabschluss und dem Zeugnis weiter in Richtung der gesteckten Ziele und Träume. Für den anderen Teil wird das Leben zum ungewollten, meist ersten Kompromiss, Chaos entsteht - eine tiefe Leere macht sich in vielen Fällen breit. Bei den einen ist die Freude groß, bei den anderen die Enttäuschung. 

Die Sicht des Lehrers

Jedes Jahr "predige" ich über die Bedeutung des Halbjahreszeugnisses und des darauf folgenden Jahres- und Abschlusszeugnisses im letzten Schuljahr. Die erste echte Visitenkarte der weiterführenden Schulen, der "Hauptschul- bzw. Mittelschulabschluss" für das spätere Berufsleben. Eine erste echte Qualifikation, die für die reale Welt (Schulwelt - Berufswelt) von großer Bedeutung ist. Anfang September ist die Motivation noch groß, getrieben von den eigenen Vorstellungen, Wünschen, Träumen und Zielen. Letztendlich fehlt aber die Bereitschaft, das Letzte oder manchmal auch etwas mehr für das Lernen zu geben. Negative Noten bei den ersten Schularbeiten & Rückstufungen in der Leistungsstufe sind oft die Folge. Die Zeit wird knapp, Herbstferien und Weihnachten verkürzen die Zeit erheblich, sich noch ausreichend zu verbessern, um die gewünschten Anforderungen für die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Die Enttäuschung über Absagen oder Wartelisten an weiterführenden Schulen ist groß. So mancher Lehrherr lässt sich auch von schlechten Noten in Deutsch und Mathematik abschrecken, ausreichende Grundkenntnisse in diesen Fächern sind in der Wirtschaft - im Business - ein Muss.

Der vermeintlich "richtige" Weg aus Sicht der Schule

Träume nicht begraben zu müssen, realistisch gesteckte Ziele durchaus erreichen zu können. Sei es der Wunsch, eine weiterführende Schule zu besuchen oder eine Lehre zu beginnen: In beiden Fällen führt kein Weg an einem "guten Zeugnis" vorbei.

Noch vor wenigen Jahren konnte man sich damit herausreden, es nicht besser zu können. Keine Hilfe zu haben, Lehrinhalte nicht zu verstehen, Zusammenhänge nicht zu erkennen. Es ist nicht einfach, in allen Fächern gleich gut zu sein, die Informationsflut am Vormittag ist sicher sehr groß. Aber durch eine geschickte Einteilung der Aufgaben und Lerninhalte kann man schon einiges bewegen. Außerdem gibt es heute durch die vielen digitalen Möglichkeiten viele Gelegenheiten, sich selbst zu helfen. Lerninhalte aufzuholen, sich perfekt auf Tests und Schularbeiten vorzubereiten und individuelle Lernlücken weitgehend zu schließen. Man muss diese digitalen Möglichkeiten nur kennen und sich vor allem die Zeit nehmen, sie zu nutzen und damit sein Wissen zu vertiefen. Man muss sich schlau machen, seinen Verstand schärfen, vorbereitet sein - auf das, was auf einen zukommt. Nicht alles glauben müssen oder etwas glauben, wovon man eigentlich keine Ahnung hat.

Szenenwechsel - Tatort Lehrerbildung Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger

In den letzten 3 Jahren hatte ich jeden Juli eine große Gruppe Erwachsener, die den Lehrerberuf ergreifen wollten. Menschen, die in der Regel eine andere Berufsausbildung haben und einige Jahre - oder viele Jahre - in diesem Beruf gearbeitet haben. Die Altersstruktur reicht von 26 bis 59 Jahren. Personen, die sich beruflich verändern wollen. Einen Wechsel deshalb, weil sie in ihrem alten Beruf meist nicht mehr zufrieden - glücklich - waren. Aber auch, weil sie gerne etwas mit jungen Menschen machen wollen, weil sie einen Sinn darin sehen, nicht nur Wissen, sondern auch Erfahrungswerte weitergeben zu können.

In den Pausen kommt man ins private Gespräch. Oft hört man die Aussage: "Die Schule hat sich seit meiner Jugend nicht wesentlich verändert. Alles ist beim Alten geblieben. Die Unterrichtsmethoden, die Stundeneinteilung, die Schularbeiten, die Noten und Tests sind immer noch dieselben. Der Mensch und seine Entwicklung ist oft nur ein Randthema. Zum Nachdenken und auch zum Schreiben dieses Artikels hat mich ein Gespräch mit einer 45-jährigen ehemaligen Managerin eines mittelständischen Unternehmens gebracht.

Nach einigen Monaten Unterricht war sie enttäuscht, dass schulisch alles beim Alten geblieben war. Kaum Veränderungen. Immer noch viel Stoff im 50-Minuten-Takt, kognitive Lehrinhalte im Vordergrund, kaum Fördermöglichkeiten bei Teilleistungsschwächen, von Begabtenförderung kaum eine Spur. Vor allem die Beurteilungskriterien waren für sie nicht nachvollziehbar, fast ausschließlich Beurteilung anhand von Momentaufnahmen, kein Blick auf die Entwicklung über 4 Jahre Hauptschule/Mittelschule und deren Beurteilung. Stärken des Einzelnen gehen oft unter, Schwächen werden hervorgehoben. Der Blick auf den ganzen jungen Menschen mit all seinen individuellen Potenzialen hat im grauen Schulalltag keine Chance. Sie war von den starren Rahmenbedingungen der Schule frustriert, jedoch von der abwechslungsreichen, wenn auch nicht einfachen Arbeit mit den Jugendlichen begeistert. Immer wieder betonte sie in den vielen kleinen Gesprächen, dass sie enttäuscht war, dass die Schule ihr wenig fürs Leben mitgegeben hat. Dinge, die doch so wichtig wären fürs Leben - fürs Berufsleben. Dinge, die in der Schule nur am Rande vorkommen ... von der Bewertung in der Note ganz zu schweigen.  (Profil Artikel)

Schule ist perfekt - ist Schule perfekt?

21 Themen in 50-Minuten-Einheiten in die Köpfe zu pressen, funktioniert schlecht und immer schlechter. Eltern müssen mit ihren Kindern den Schulstoff lernen und wiederholen. Inhalte, die sie selbst als Kinder oft nicht verstanden haben. Lehrer, Eltern und Kinder kämpfen sich gemeinsam von Schularbeit zu Schularbeit, von Test zu Test, von Klasse zu Klasse zum Abschluss. Irgendwann - irgendwie - schafft man es, manchmal mit Umwegen und Klassenwiederholungen. Spaß und Freude am Lernen und am Schärfen des Verstandes sind Nebendarsteller der Pädagogik.

Wir haben in Österreich das zweitteuerste Schulsystem der Welt. Man sollte meinen, dass wir im weltweiten Bildungsvergleich an der Spitze stehen. Leider weit gefehlt, Ziel verfehlt. Jeder fünfte 15-Jährige kann nach der Schule nicht sinnerfassend lesen und beherrscht die Grundrechenarten nicht. Er verlässt die Pflichtschule meist positiv, hat aber mit seinen Kompetenzen sehr schlechte - negative - Lebenschancen in der Arbeitswelt. Keine Änderung in Sicht - die Wahrscheinlichkeit, dass das Ausbildungssystem besser wird, ist nicht sehr groß. Und das seit Jahrzehnten. 

Schulentwicklung - Autonomie - Lehrermangel

In den letzten Jahrzehnten hat man auf Revolutionen in der Bildungsentwicklung gesetzt. Vom Kopierer über den Overheadprojektor, den VHS-Videorecorder, den Flipped Classroom bis hin zur digitalen Welle mit all ihren Facetten wurde versucht, das beschriebene Problem zu lösen. Teilerfolge wurden erzielt, grundlegende Verbesserungen stellten sich jedoch nicht flächendeckend ein.

Die angedachte Schulautonomie mit durchaus guten neuen Ideen konnte nur in wenigen Schulen umgesetzt werden. Die Angst vor Veränderung und dem Risiko, etwas falsch zu machen, wird bis heute mit dem Schutz der Beständigkeit argumentiert bzw. verteidigt. Die Chance zur Veränderung in Schulen wird oft nur von einer kleinen Gruppe von meinungsbildenden Lehrenden blockiert. Von Lehrenden, die nicht bereit sind, weitere Energie, neue Ideen und sinnvolle Veränderungen gemeinsam zu teilen oder gar zu tragen. Anders denkende Lehrende haben es oft nicht leicht  ihre innovativen Ideen im grauen Schulalltag durchzusetzen, obwohl dieses Gedankengut im neuen Lehrplan durchaus verankert ist und vom Bundesministerium dadurch nachdrücklich urgiert wird.  In der Realität scheitern diese Bemühungen aber bereits im Ansatz, da sie im Keim erstickt werden. 

Die Reflexion und Weiterentwicklung stehen (zwangsläufig) als Fixpunkt auf dem Programm der Schulentwicklung, aber zu oft sind keine konkreten Veränderungen in der eigenen Schule die Folge. Wenn ETWAS offensichtlich NICHTS  ist und sich entwickelt, dann entwickelt sich ETWAS oder NICHTS. Aber das wird seit vielen Jahren nicht hinterfragt. Papier und schriftliche Konzepte sind durchaus geduldig.

Bis 2030 wird etwa ein Drittel der rund 125.000 Lehrerinnen und Lehrer in Österreich in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Auch wenn die Zahl der Lehramtsstudierenden langsam wieder steigt und die Ausbildung nominell verkürzt wurde, reicht der Lehrernachwuchs bei weitem nicht aus. Zusätzlich werden Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, vor allem für die Neuen Mittelschulen, benötigt. Vor allem die Drop-out-Rate während des Studiums, die Zahl der Nichtantritte in den Lehrerberuf nach erfolgreichem Studium und der nicht seltene Ausstieg aus dem Schuldienst nach oft kurzer Zeit sind deutliche Zeichen - ein lauter Aufschrei für die Zeit grundlegender Veränderungen im Bildungssystem und vor allem in den Schulen. Karrieremöglichkeiten bestehen vor allem auf politischer Ebene, ein beruflicher Aufstieg durch nachgewiesenes Engagement oder offensichtliche Berufung ist kaum möglich.

Nur die Zeit des Studiums zu verkürzen und moderen Ausbildung in Aussicht zu stellen, ist ein fach zu wenig. Die kommende Lehrergeneration Z denkt bei der Berufswahl einen großen Schritt weiter. Die Einschränkung, mit dieser Ausbildung nur für ein "Unternehmen" arbeiten zu können, sowie die Aussicht, an einen Ort zurückzukehren, den man sich als Jugendlicher anders gewünscht hätte, führen nicht selten zu einem Umdenken bei der Studienwahl. Auswahl an anderen - ähnlichen - Studiengängen gibt es schließlich mehr als genug. Und ja, man kann immer noch Quereinsteiger/in werden. Unter gleichen oder sogar besseren Bedingungen.

Es wäre denkbar leicht

Die Lernwissenschaft macht es deutlich. Lerndesign kennt die Regeln. Schon kleine Veränderungen können Großes bewirken. Grundvoraussetzung für effektives Lernen sind wertschätzende Beziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden, gegenseitiger Respekt, ehrliches Feedback und positive Verstärkung im Lernprozess. Menschen lernen von Menschen, und Menschen lernen am besten von Menschen, die sie lieben und mögen. Von Menschen, die man mag, die einen mögen und wertschätzen. Wir interessieren uns nicht für Gegenstände oder Kurse, sondern für Menschen, die Vorbilder sind und uns etwas Spannendes beibringen. Lernen findet in Beziehungen statt oder auch nicht. Wir nehmen das Feedback des Mentors an, darauf können wir positiv verstärkt aufbauen und weiter lernen. Das Digitale ist kein Ersatz, sondern eine Unterstützung dieses Prozesses. Jeder Mensch hat eine Begabung - hat eine Aufgabe in seinem Leben. Sie muss nur gefunden werden, allein oder gemeinsam im modernen Unterricht der Neuzeit.

Im Zuge der Schulautonomie ist die Auflösung der starren Stundentafel und der restriktiven Fächertrennung längst kein Thema mehr. Ganzheitliches Lernen, Wahlfächer, positive Stärkung der eigenen Kompetenzen, positives Lernen, Stärken finden, vertiefen und erleben sind längst nur keine Schlagworte mehr. Wir wissen aus vielen Studien, wie Lernen funktioniert, wir kennen neue Lernansätze (vgl. Perma.teach), aber wir tun es nicht - wir leben es in vielen Klassenzimmern nicht. Es klafft eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis, zwischen Hoffnung und Realität, zwischen Freude und Frust, zwischen Erfolg und Misserfolg in der Schule. Auf beiden Seiten, bei Lehrenden und Auszubildenden. Denkbar leicht? Nein auf keinen Fall, aber zielführend - positiv verändernd.

 

Neuer Lehrplan 23/24, Perma.teach und das 4K - Modell

Der neue Lehrplan 2023/24 beinhaltet eine Fülle von Ideen, die auf den Erkenntnissen der modernen Lernpsychologie basieren.  Der Lehrplan ist die Basis jeglichen Unterrichts in unseren Schulen.

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Perma.teach und das 4K-Modell (kurz 4K) sind in den Grundzügen mit dem neuen Lehrplan weitgehend deckungsgleich. Das 4K-Modell des Lernens definiert seine zu erwerbenden Kompetenzen für die kommende Zukunft (vgl. Vuca) sehr klar: Kommunikation, Kollaboration (Zusammenarbeit), Kreativität und Kritisches Denken. Perma.teach definiert sich über Positive Emotions (positive Emotionen vermehren und nutzen), Engagement (Flow erleben, eigene Stärken leben), Relationships (positive Beziehungen pflegen), Meaning (Sinn – im Alltag – transparent machen und leben) und Accomplishment (Erfolgserlebnisse ermöglichen und sichtbar machen). Gemeinsam bilden sie das Akronym PERMA. (Videobeitrag)

Permateach - Screenshot von der Webseite www.permateach.at

Soweit zur Theorie - was verändert sich in der Praxis

Es gibt verschiedene Ansätze, Entwicklungsstufen und konkrete Ideen für diese Art des Lernens. Je nach Schultyp, Schulmodell, Standort und anderen Faktoren können folgende konkrete Ideen umgesetzt werden.

Klassen werden durchgehend im Klassenverband geführt. Es müssen nicht immer 50 Minuten Einheiten sein, Blockungen und Streuungen von Inhalten liegen in der Entscheidungskompetenz der Lehrkraft, der seine Kinder gut kennt.  Leistungsstarke und leistungsschwächere Kinder sitzen nebeneinander, helfen sich gegenseitig beim Erlernen wichtiger Lebenskompetenzen. Angestaubte Inhalte mancher Gegenstände sind drastisch reduziert, wichtige Inhalte werden aus verschiedenen Blickwinkeln (z.B.: Naturwissenschaften statt BU, Ph &Ch) betrachtet. Die Beute des Tages in jeder Stunde macht Spaß und Sinn. Kinder erfahren bei Defiziten ein Förderkonzept, das Erlernen der Basics ist unerlässlich. Jedes Kind muss während der Pflichtschule das sinnerfassende Lesen, richtige Schreiben und korrekte Rechnen erlernt haben. Noten sind zweitrangig, spezifische Skills zu erwerben und diese handlungsfähig einzusetzen stehen im Vordergrund der Ausbildung. 

Kinder dürfen ausprobieren und Fehler machen. Durch Versuch und Irrtum werden Erfolge erzielt. Bewertet werden vor allem die gelungenen Versuche und nicht die Anzahl der Versuche. Eine negative Leistung ist keine absolute Bewertung oder Note, sondern nur die Erkenntnis, dass diese Inhalte noch einmal geübt und gelernt werden müssen. Das Lernen von einem anderen Schüler stellt eine Win-Win-Situation dar, da das erklärende Kind durch das Erklären sein Wissen auch deutlich vertieft und vor allem verinnerlicht. Ebenso ist der Sinn des zu Lernenden deutlich in den Vordergrund zu stellen. Durch lebenspraktische Beispiele und Realitätsbezüge werden die Inhalte des schulischen Lernens untermauert und verstärkt. Nicht jeder kann alles gleich gut, das ist ganz normal und wird berücksichtigt. Aber jeder kann etwas besonders gut, das wird gesucht, definiert und gestärkt. Jeder hat eine Begabung, diese gilt es zu finden und zu stärken.

Zurück zur Realität - was kannst DU ändern im Jetzt

Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem erworbenen Wissen über die eigenen Fähigkeiten und dem Vertrauen in das Leben. Menschen mit diesem Selbstvertrauen können sich immer wieder neuen Aufgaben stellen. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Talente zu entdecken und daran zu arbeiten. Es steckt mehr in dir, als du dir je erträumt hast.

Es gilt für DICH: das Grundvertrauen in dein Leben zu finden, deine Fähigkeiten und Grenzen zu kennen, handlungsfähig zu sein, Erfolge zu haben und dich daran zu freuen, aus Fehlern zu lernen, den Mut zu haben, auch durchzuhalten, aber auch Neues zu tun. Je besser du deine Fähigkeiten kennst, sie anwendest und lebst, desto größer wird dein Grundvertrauen in das Leben und in dein persönliches Glück. Ein Zeugnis ist nicht alles, was zählt. Viel wichtiger sind deine Kompetenzen, Fähigkeiten, Werte und Haltungen (vgl. Salemer Zeugnis). Nicht die Note zählt, sondern der persönliche Zuwachs in diesen Bereichen ist dein größter schulischer Erfolg.

Man kann es auch einfacher sagen: Mach das Beste aus dir. Lerne, mit dem, was du bist, hast und kannst, glücklich zu werden.

Eigene Träume leben - gesteckte Ziele erreichen - einen Plan B haben 

Nun kommen wir zum eigentlichen Thema des Artikels. Wir wünschen uns, dass DU über die folgenden 7 gut gemeinten Ratschläge nachdenkst und für dich den richtigen Weg in der Schule, im Beruf und vor allem im Leben findest.

1) Raus aus den SOZIALEN MEDIEN, aus dieser Phantasieblase, in der alle super und toll und ohne Fehler sind. Die dir einreden wollen, dass du ein Idiot bist. Lass dich nicht zum Trottel machen, was andere scheinbar alles können und machen und vor allem erreicht haben. Lerne, auf dich selbst zu schauen - dir selbst zu vertrauen. (Studie - Saferinternet Internet 2024)

2) Lerne deine Ziele zu verfolgen, aber sei nicht ständig enttäuscht, dass du noch nicht da bist, wo du hin willst. Habe keine Discoglitzerkugel im Kopf, sondern konzentriere dich auf das nächste kleine Ziel mit deiner konkreten - gut überlegten Idee und Strategie. Setze dir kleine erreichbare Ziele auf dem Weg zu deinem persönlichen Erfolg. Der Weg ist Teil des Ziels deines Erfolges. Das eigentliche Ziel ist oft im zu gehenden Weg verborgen. 

Denke daran: Nicht jeder kann ein Doktor werden, es gibt viele interessante Berufe auf jeder Bildungsebene. Wichtig ist, dass man gut ist in dem, was man tut. Nur dann kann man erfolgreich und glücklich mit seiner Tätigkeit sein.

3) Sei ein realistischer Optimist mit der Fähigkeit zum Querdenken. Sei aber auch manchmal ein realistischer Pessimist, der nicht immer und immer wieder Plan A wiederholt, sondern sich zur Sicherheit einen Plan B oder C überlegt. Eine Hintertür offen zu halten, will gelernt sein. Sei nicht enttäuscht, wenn sich eine Tür schließt, eine andere wird sich dadurch öffnen. Enttäuschungen stärken, Erfolge formen. Man muss lernen, an sich zu glauben.

4) Schärfe deinen Geist, arbeite ständig an dir. Sei bereit für das, was auf dich zukommt. Egal was kommt, deine Werte, deine Einstellung, deine Fähigkeiten und dein Wissen kann dir niemand nehmen. Sie sind der Motor deines Lebens, sie sind der Grundstein deines Erfolges. Selbstdisziplin, die Bereitschaft, an seine Grenzen zu gehen, sich selbst treu zu bleiben und dabei Kompromisse einzugehen sind wichtiger als ein hoher IQ. Vergiss nicht, dir immer wieder Zeit für dich selbst zu nehmen und deine Gedanken zu pflegen.

5) Lass keinen Tag deines Lebens aus, mach etwas aus deinem Tag - aus deinem Leben. Lebe nicht das Leben der anderen (Social Media), sondern schaffe für dich selbst Erinnerungen und Bilder. Das macht dich einzigartig für andere und wertvoll für dich selbst.

6) Erkenne den Unterschied zwischen denen, denen du wirklich als Mensch wichtig bist, und denen für die nur wichtig ist, was du für erledigen kannst. Lerne, dich von Menschen zu trennen oder zu distanzieren, die nur Energiefresser bzw. Energieräuber sind. Klammere Menschen in deinem Leben aus, die dich runterziehen. Am schlimmsten sind die Quatschköpfe, die nicht nur zu allem und jedem mit einer einzig gültigen Wahrheit etwas Besseres wissen, die vor allem dagegen sind - egal, was es ist. Diese Menschen haben selbst keine eigenen Ideen, geschweige denn etwas vorzuweisen.

Frei nach Ocsar Wilde: Viele Menschen sind gut erzogen, um mit vollem Kopf zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

Schenke diesen Leuten keine Aufmerksamkeit, keine Worte und schon gar keine Zeit. Lass dich von Ironie, Sarkasmus und Angriffen unter der Gürtellinie nicht aus der Ruhe bringen. Sie behindern dich auf deinem Weg. Lerne, dass Menschen, die Gerüchte und Mythen über dich verbreiten und hinter deinem Rücken narzisstisch reden, die ideale Position haben, dich am Arsch zu lecken (Spruch meines Großvaters). Mit anderen sanften Worten: Neid ist die direkteste Form der Anerkennung. Oder doch anders gesagt: Hinter dem Rücken reden heißt es, weil es nur Leute tun, die dich weder einholen noch überholen können. 

Ganz wichtig: Sei selbst kein Quatschkopf! Im Gegenzug höre auf Menschen und deren Rat, die es gut mit dir meinen. Die selbst in diesem Bereich etwas geschaffen und Erfahrungen gesammelt haben und diese mit dir freundschaftlich, aber nicht belehrend teilen. Sie sind wertvoll auf deinem Weg zum Erfolg. Umgib dich nur mit Menschen, die dir wirklich wichtig sind und dir gut tun.

7) Vielleicht der wichtigste Punkt - für sich selbst innere Klarheit zu gewinnen - was will ich wirklich, unabhängig davon, was andere in mir sehen oder von mir erwarten. Das bedeutet nicht, dass man gute Ratschläge oder Erfahrungen anderer lieber Menschen (keine Quatschköpfe) ignorieren soll. Auch ein Perspektivenwechsel kann helfen, klarer zu sehen - klarer zu werden. Habe den Mut, Fehler einzugestehen - einen Schritt zurückzutreten und neu zu beginnen. Herz - Hirn und Humor sind dabei deine wichtigsten Berater. Das wichtigste - über allem stehende Ziel: Dein Glück im Leben zu finden - einfach glücklich zu sein.

  

 Deine Zukunft ist noch nicht geschrieben, wir sind unseres Glückes Schmied ( Zitat aus Terminator 2)