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Inflation, Rezession, Insolvenz, Konkurs und Leitzinssatz

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Laut einem Bericht des "Standard" (Österreichische Tageszeitung) hat die Finanzprokuratur, die Anwaltschaft der Republik, einen Konkursantrag gegen René Benko eingebracht. Man spricht mittlerweile von einer Signa (Name der Unternehmensgruppe) Pleite, ein Konkurs wurde angemeldet. Eine Folge der Inflation, mangelnder Rentabilität oder des steigenden Leitzinssatzes?

Diese wirtschaftlichen Fachbegriffe sind nicht jedem Erwachsenen und auch nicht jedem Jugendlichen geläufig. Wir versuchen, dir diese 10 Begriffe einfach zu erklären.

1) Umsatz - Gewinn - Rendite:  Umsatz, Gewinn und Rendite sind wichtige finanzielle Kennzahlen, die die Leistung und Rentabilität (Profitabilität - Profit) eines Unternehmens messen. Hier ist der Unterschied zwischen ihnen:

Umsatz: Der Umsatz, auch als Umsatzerlös oder Umsatzerlöse bezeichnet, ist der Gesamtbetrag der Einnahmen, die ein Unternehmen durch den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen erzielt. Er spiegelt das Volumen der Geschäftstätigkeit wider, jedoch nicht unbedingt den Gewinn.

Gewinn: Der Gewinn ist das Ergebnis, das bleibt, nachdem alle Kosten, einschließlich Produktionskosten, Betriebskosten, Steuern und Zinsen, vom Umsatz abgezogen wurden. Es ist das tatsächliche Einkommen, das das Unternehmen behält. Ein Unternehmen kann trotz eines hohen Umsatzes keinen Gewinn erzielen, wenn die Kosten zu hoch sind.

Rendite: Die Rendite, speziell die Gewinnrendite, misst den Prozentsatz des Gewinns im Verhältnis zum Umsatz. Sie wird oft in Prozent ausgedrückt und zeigt, wie effizient ein Unternehmen in Bezug auf seine Einnahmen ist. Eine höhere Gewinnrendite deutet darauf hin, dass ein Unternehmen einen größeren Anteil seines Umsatzes als Gewinn behält.

Rentabilität: Rentabilität sagt aus, wie gut ein Unternehmen damit umgeht, Geld zu verdienen. Sie zeigt, welchen Anteil vom Umsatz oder vom investierten Geld sie als Gewinn erzielt. Hohe Rentabilität bedeutet, dass das Unternehmen gut wirtschaftet und effizient arbeitet. Es ist in diesem Fall rentabel.

Zusammenfassung: Umsatz ist der Gesamtbetrag der Einnahmen, Gewinn ist das Einkommen nach Abzug aller Kosten, und die Rendite misst den Prozentsatz des Gewinns im Verhältnis zum Umsatz, was die Effizienz eines Unternehmens widerspiegelt. Ob es rentabel ist, oder nicht. Falls nicht, wird es irgendwann "Pleite" gehen.

2) Pleite:  Der Begriff "Pleite" wird oft verwendet, um den finanziellen Zusammenbruch oder das Scheitern eines Unternehmens oder einer Person zu beschreiben. Wenn jemand oder ein Unternehmen pleite ist, bedeutet dies, dass sie nicht in der Lage sind, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Das kann bedeuten, dass sie ihre Schulden nicht bezahlen können oder dass ihre Ausgaben ihre Einnahmen übersteigen, was zu finanziellen Schwierigkeiten führt. Der Pleitegeier schwebt umgangssprachlich über dem Betrieb.  Pleite zu sein, kann verschiedene Gründe haben, wie Missmanagement, hohe Schulden, unvorhergesehene Kosten oder einen Mangel an Einnahmen.

3) Insolvenz: "Pleite" und "Insolvenz" werden oft synonym verwendet, um den finanziellen Zusammenbruch eines Unternehmens oder einer Person zu beschreiben. Beide Begriffe bedeuten im Wesentlichen, dass die finanzielle Lage so schlecht ist, dass Verbindlichkeiten (Rechnungen, Zahlungen..) nicht mehr erfüllt werden können. "Pleite" ist umgangssprachlich, während "Insolvenz" einen rechtlichen Begriff darstellt, der auf ein gerichtliches Verfahren hinausläuft. In diesem Verfahren sucht man nach einer Lösung, um die Firma zu retten, zu sanieren.

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4) Konkurs: Ist das Verfahren zur Rettung in einer Insolvenz gescheitert, folgt der Konkurs. Ein Konkurs ist ein besonderes Insolvenzverfahren, bei dem ein zahlungsunfähiges Unternehmen oder eine Person (Privatkonkurs) seine Vermögenswerte liquidiert (aufgibt), um den Gläubigern  (Menschen, denen Geld geschuldet wir)  fehlende Rechnung bezahlen zu können. Der Erlös aus der Liquidation (meist deutlich unter den Forderungen bzw. ausstehenden Rechnungen) wird gleichmäßig unter den Gläubigern aufgeteilt, und das Unternehmen wird in der Regel aufgelöst.

5) Inflation: Inflation bedeutet, dass die Preise für Dinge, die wir kaufen, im Durchschnitt steigen. Das Geld wird weniger wert, und man braucht mehr davon, um die gleichen Dinge zu bezahlen. Das passiert, wenn es zu viel Geld im Umlauf gibt oder wenn die Kosten für die Herstellung von Waren und Dienstleistungen steigen. Inflation beeinflusst, wie viel man mit seinem Geld kaufen kann. Das Geld wird weniger wert. Man braucht mehr davon, um gleiche Waren kaufen zu können.

6) Deflation: Das Gegenteil der Inflation ist die Deflation. Die Inflation bezieht sich auf einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, während Deflation einen Rückgang bezeichnet.

7) Rezession: Eine Rezession ist eine Zeit, in der die Wirtschaft nicht so gut läuft. Die Menschen haben möglicherweise weniger Geld, es gibt weniger Jobs, und Unternehmen verdienen weniger Geld. Dies kann passieren, wenn es wirtschaftliche Probleme gibt, wie zum Beispiel Finanzkrisen oder wenn die Menschen weniger Dinge kaufen. Regierungen versuchen normalerweise, Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Klappt es nicht kommt es von der Rezession zu einer Depression.

8) Depression: Eine Depression ist eine schwerwiegende und lang anhaltende Form der wirtschaftlichen Krise mit tieferen Rückgängen in der Wirtschaft und längerer Arbeitslosigkeit.

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9) Wirtschaftsaufschwung:  Der Wirtschaftsaufschwung (Expansion) ist das Gegenteil der Rezession. Ein Wirtschaftsaufschwung, auch als "wirtschaftliche Erholung" bekannt, ist eine Phase, in der eine Volkswirtschaft wächst und sich von einer vorherigen Rezession oder Abschwächung erholt. Während eines Aufschwungs nehmen das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Beschäftigungszahlen und andere wirtschaftliche Indikatoren zu. Unternehmen erleben häufig steigende Umsätze, die Arbeitslosigkeit nimmt ab, und die Verbraucherausgaben steigen. Ein Wirtschaftsaufschwung wird oft von einer verbesserten wirtschaftlichen Stimmung begleitet. Regierungen und Zentralbanken können in dieser Phase Maßnahmen ergreifen, um das Wachstum zu fördern und die positive Dynamik zu unterstützen.

10) Leitzinssatz: Der Leitzinssatz wird in der Regel von der Zentralbank eines Landes gesteuert. In der Eurozone ist die Europäische Zentralbank (EZB) bzw. in den USA ist die Federal Reserve für die Festlegung des Leitzinssatzes verantwortlich.  Der Leitzinssatz kann angehoben oder gesenkt werden.  Dadurch entstehen unterschiedliche wirtschaftliche Effekte.

Senkung des Leitzinssatzes: Der Leitzinssatz ist der Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken Geld von der Zentralbank leihen können. Er ist ein wichtiges Instrument der Geldpolitik, das von Zentralbanken verwendet wird, um die wirtschaftliche Aktivität zu steuern. In einer Rezession senkt die Zentralbank oft den Leitzinssatz, um die Wirtschaft anzukurbeln. Niedrigere Zinssätze fördern Investitionen und Konsumausgaben. Bei hoher Inflation oder wirtschaftlicher Überhitzung könnte die Zentralbank den Leitzinssatz erhöhen, um die Ausgaben zu drosseln und die Inflation zu kontrollieren. Die Spar- und Kreditzinsen sinken, sie  sind niedrig.

Erhöhung des Leitzinssatzes: Während eines wirtschaftlichen Aufschwungs könnte die Zentralbank den Leitzinssatz erhöhen, um eine Überhitzung zu verhindern. Das verteuert Kredite leicht und könnte Ausgaben drosseln, um übermäßige Inflation zu vermeiden. Wenn die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs ist, kann die allmähliche Erhöhung des Leitzinssatzes dazu dienen, die Inflation zu kontrollieren und übermäßige Verschuldung zu verhindern. Das könnte die Ausgaben leicht bremsen, hat jedoch den Zweck, die wirtschaftliche Stabilität aufrechtzuerhalten. Der Leitzinssatz beeinflusst somit die Kosten des Geldverleihs, was Auswirkungen auf Investitionen, Konsum und die Gesundheit der Wirtschaft insgesamt hat. Die Spar- und Kreditzinsen steigen, sie sind hoch.

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